Der Weg ins große Unbekannte
Am vergangenen Dienstag
war es endlich soweit: Unsere erste richtig weite Fahrt in den weit entfernten
und uns unbekannten Kosovo stand an. Nachdem wir uns alle um halb drei aus dem
Bett gequält haben und unser Zeug in den Crafter geräumt haben, stiegen wir ein
und machten uns auf den 17 stündigen Weg.
„Gib erst mal Ljubljana im Navi ein, den Kosovo gibt’s
da ja nicht!... Ach ne, kannst doch schon Belgrad eingeben. Wenn wir es bis
dahin schaffen, dann ist das schon mal ganz gut“
„So, das sind 800 km, wir sind in 3:21 Stunden da! “
*Fragezeichen auf den Gesichtern, der noch nicht Schlafenden*
*Denkpause* „Oh! Das ist ja die Uhrzeit, nicht die
Ankunftszeit… 3:21 Uhr und über 8 Stunden Fahrtzeit!“ *leichte Ernüchterung*
So oder so ähnlich
sahen unsere ersten Minuten im Auto aus.
16 Stunden später,
direkt nach dem Grenzübergang in den Kosovo, machten wir dann auch schon unsere
ersten ungewöhnlichen Erfahrungen, als wir vermutlich live miterlebten, wie ein
Auto geklaut wurde. Anschließend wurden wir von zwei Männern aus der internationalen
Gemeinde abgeholt, die uns sicher nach Pristina (unseren Arbeitsplatz für die
nächsten sechs Wochen) brachten und dort zum Abendessen einluden. Wir konnten
uns somit schon etwas kennenlernen, aber natürlich auch einiges über den Kosovo
lernen.
Am nächsten Morgen fing
dann der harte Alltag an: Aufstehen um 6:30 Uhr, Stille Zeit bis 7:30 Uhr, ab
7:30 Uhr Frühstück und um 8:30 Uhr im Büro der Gemeinde zum gemeinsamen Start
in den Tag erscheinen. Dort durften wir bei einem entschleunigenden Kaffee
nicht nur die Mitarbeiter der Gemeinde kennenlernen, sondern auch ein Team aus
Amerika, das für ein komplettes Jahr durch die ganze Welt reist.
Uns wurde erklärt was
es an diesem Tag zu tun gab und so wurden Lenny und Anisja bei einem
Freizeitprogramm für Kindern im House of Hope eingesetzt, während der Rest des Teams zu einem
„Warehouse“ fahren durfte, in dem wir gespendete Kleidung aus Bananenkartons sortierten.
Insgesamt können wir glücklich und zufrieden auf unseren ersten Arbeitstag
zurückblicken.
Heute, an unserem
zweiten Arbeitstag, ging es dann erstmals hinaus auf die Straße. Wir durften
den Menschen auf der Straße erzählen, dass vor exakt 200 Jahren das albanische
Alphabet von einem christlichen Pastor eingeführt wurde und luden sie dabei
direkt für Sonntag zum Gottesdienst ein. Wir waren echt erstaunt darüber, wie
offen die Menschen waren, da auch gute und intensive Gespräche entstanden und sind
alle sehr gespannt, wen wir am Sonntag wiedersehen werden.
Liebe Grüße,
Moritz



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