Ein Tag im Kosovo

Um 07:00 Uhr klingelt der Wecker und wir quälen uns müde aus den warmen Betten. Wir gehen aus unseren Zimmern und trotten ins Wohnzimmer, wobei wir die ersten verschlafenen Blicke wechseln und ein leises „Morgen“ murmeln. Im Wohnzimmer angelangt, greifen wir zur Bibel und halten für eine Stunde Stille Zeit auf unserem Sofa.
Es ist kurz nach 08:00 Uhr, die Stille Zeit ist vorbei und wir stellen Müsli, Milch und Joghurt fürs Frühstück auf den Esstisch. Beim Frühstücken kommt immer wieder ein Zeitupdate von Rita „noch 5 Minuten!“. Wir putzen uns die Zähne im Schnelldurchgang und ziehen uns gleichzeitig die Schuhe an. Es ist 08:25 Uhr und wir ziehen unsere Jacken an, beten kurz zusammen für den vor uns liegenden Tag und hetzen 80 Stufen die Treppen runter und zur Gemeinde. 08:30 Uhr erreichen wir dann im besten Fall die Bibliothek der Gemeinde, ein, zwei Leute sind schon da und der Wasserkocher für Instantkaffe und Tee ist auch schon angesetzt. Bis es um 09:00 Uhr wirklich losgeht, betreiben wir fleißig Beziehungsarbeit. Der Pastor begrüßt alle (um die 25 Personen), ein Kosovarer oder jemand von uns hält ein kurze Andacht und wir beten anschließend alle zusammen auf Albanisch, Englisch oder Deutsch. Danach werden die Arbeiten verteilt, die für heute anstehen: Warehouse; House of Hope in Milloshevë, Vushtrri, Kaҫanik; Roma Center und Outreach, wobei wir überall schonmal mitgearbeitet haben.
Um 09:30 Uhr geht es dann los! Für uns heißt das heute Warehouse. Wir folgen einem der Festangestellten durch den scheinbar chaotischen Stadtverkehr Prishtinas, bis wir an einem kleinen Lagerhaus etwas außerhalb der Stadt ankommen. Als wir dort loslegen ist es 10 Uhr, uns wird gesagt welche Kartons mit Kleidung sortiert und in den kleinen Laster geladen werden müssen. Wir machen unsere Musik an und klären unsere Zuständigkeitsbereiche (wer sich um welche Kleiderkategorie kümmert und diese wieder in einen Karton packt und beschriftet).
Um 12:30 Uhr kommt jemand von der Gemeinde und bringt uns etwas zu Essen (meistens Döner) oder wir fahren irgendwo zum Essen hin. Nach der Mittagspause arbeiten wir bis 16:00 Uhr weiter. Dann geht es für uns durch den Feierabendverkehr zurück zur Gemeinde. Dort angekommen kaufen wir erst einmal ein und kochen unser Abendessen. Nach dem Essen müssen wir auch schon wieder aufbrechen, da es um 19:00 Uhr in der Kirche weitergeht (Prayermeeting, Biblestudy, Teensmeeting).
Um 21:30 Uhr schleppen wir uns müde und geschafft die Treppe zu unserem Apartment hoch. In der Wohnung angelangt, setzen wir uns ins Wohnzimmer, tauschen uns über den Tag aus, schreiben Tagebuch und spielen oft noch ein paar Runden Doppelkopf, wobei der ein oder andere noch Nudeln oder Müsli isst, bevor die abendliche Zahnputzsession beginnt und wir schlafen gehen. Es ist 23:45 Uhr und so langsam begibt sich auch der harte Kern ins Bett. In 7 Stunden und 15 Minuten beginnt der neue Tag und wir sind gespannt was auf uns zukommt.

Liebe Grüße,

Euer Stefan
Gestern mussten wir uns leider von dem amerikanischen Team verabschieden. Ihre Reise geht jetzt weiter nach Rumänien.

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