RUJA - Der Countdown läuft


17.03-18:55 – noch 28 Tage:     Die Räder des Crafters rollen auf einen freien Parkplatz einer Nebenstraße in der Innenstadt Almerías. Leicht angespannt aber doch voll Vorfreude steigen wir aus und betreten den dunklen, mit Leuten gefüllten Raum. An dessen Eingang werden wir freundlich begrüßt und bekommen Plastikbrillen und Leuchtstäbe ausgehändigt. Kurze Zeit später geht es los. Sobald das Schwarzlicht angeht und alles Weiße und Neonfarbige zum Leuchten bringt, erklingen schon die ersten Akkorde der Band und bringen die junge spanische Meute innerhalb kürzester Zeit zum Singen und Tanzen. Im Team werden die ersten nervösen Blicke ausgetauscht, das ist also die RUJA?



Reunión Unida de Jóvenes de Almería (Zusammentreffen der Jugendlichen in Almería) ist ein Event das einmal monatlich von einer der Gemeinden in Almería ausgetragen wird. Genauer gesagt handelt es sich um einen Jugendgottesdienst mit verschiedenen Elementen, unter anderem Lobpreis, Predigt, Spielen, Fotos machen, mit anschließendem Essen und Gemeinschaft. An diesem Abend sind wir zu Gast auf der RUJA die das Thema ,,Brilla“ (Leuchte!) trägt. Deko, Lieder und Input sind abgestimmt auf die Aufforderung, für Jesus und sein Reich zu scheinen. Dieser Abend ist wahrlich ein Highlight, wir werden aber auch schnell wieder in die Realität zurückgeholt: Die nächste RUJA wird von uns gestellt!

05.04- 20:10 – noch 8 Tage:  Die vier FSJler Mädels aus Almería stehen vor unserer Haustür. Obwohl wir mitten im Stress der Kinderwoche sind, haben wir für heute ein Treffen mit ihnen angesetzt, um das erste Mal die RUJA anzudenken. Beim gemeinsamen Wrap-Essen wird ausführlich diskutiert, gebrainstormt, ein Thema gefunden (Be free), Aufgaben werden verteilt, von PR zu Technik über  Deko, Musik und Begrüßung.  Es gibt erste kreative Ideen, wie man den Kontrast zwischen Gefangenschaft und Freiheit kreativ übermitteln kann. Dabei wird manches weitergedacht (,,wie wäre es, wenn wir die Leute in einem dunklen Raum umgeben von einem Vorhang einsperren und am entscheidenden Punkt fällt der Vorhang?“), anderes wird hingegen eher schnell verworfen (,,wollen wir sie nicht einfach alle an Händen und Füßen fesseln?“).

10.04- 12:00 – noch 4 Tage: Nach dem Spanischunterricht versammeln sich alle Beteiligten zur offiziellen Dienstbesprechung. Teams werden eingeteilt, Details mehr oder weniger hitzig diskutiert (sollen wir die Spanier bei der Musik mit Schildern auffordern zu springen und zu tanzen?).

Wenig später verwandelt sich unsere Garage Zuhause in einen Probenraum und lässt uns fühlen wie eine hochmotivierte Teenieband am Anfang mit Träumen über die große Karriere.



11.04 – 13:00 – noch 3 Tage: Moritz und Stefan fahren durch halb Andalusien, um Scheinwerfer, Kabel, Mikros und Notenständer auszuleihen.

12.04 – 17:30 – noch 49 Stunden: Die Raumumgestaltung nimmt so langsam Gestalt an. Sprüche über Freiheit werden an die Wände gehängt, Fotowände entworfen, ein großer Vorhang aus Mülltüten gespannt.


13.04 – 13:30 – noch 30 Stunden: Nach etlichen Versuchen gelingt uns das Entscheidende: Der Vorhang auf der Bühne fällt und zeitgleich wird das dahinterstehende Kreuz erleuchtet.

Bis dahin war es allerdings ein Weg!

14.04 – 12:00 – noch 7 ½ Stunden: Bibbern und Zittern ob die Bändchen die wir für die RUJA bestellt haben, noch für den Abend rechtzeitig ankommen. Nachdem mehrere Poststationen abgeklappert wurden dann die rettende Nachricht: Wir haben sie!

14.04 – 13:30 – noch 6 Stunden: letzte Vorbereitungen werden gemacht, Soundcheck nimmt dabei sehr viel mehr Zeit ein als angedacht. Wieder einmal merken wir: Puffer lohnt sich!

14.04 – 19:00 – noch 30 Minuten: die ersten Gäste trudeln ein, die Stimmung ist gut.

14.04 – 19:27 – noch 3 Minuten: die Gäste werden in den dunklen Raum geführt, der Countdown läuft runter, die Spannung ist schon fast greifbar. Was kommt jetzt wohl?

14.04 – 19:30 – noch 2 Minuten: Der Countdown wird unterbrochen. Irgendetwas stimmt nicht. Scheinbar technische Probleme.

14.04 – 19:40 – noch 4 Minuten: Sturmgebet für das Technikteam, der Ton funktioniert nicht. Der Geräuschpegel im Publikum steigt an.

14.04 – 19:46 – noch 3 Minuten: Ein paar Jugendliche kommen dem Technikteam zuhilfen.

14.04 – 19:49 – 0 Minuten: Nach 20 Minuten Verspätung kann es doch tatsächlich losgehen. Die Unterbrechung hat der Stimmung keinen Abbruch getan. Wir beginnen den Gottesdienst mit einem von uns eingeübten Pantomimestück. Dabei wird der Mensch (Jana) von Gott geschaffen und begegnet in der Welt verschiedenen Versuchungen (Geld, Alkohol, Beziehungen, Schönheitsvorstellungen und Gewalt). Sie verfällt ihnen einer nach der anderen und geht daran fast kaputt. Doch schließlich greift Jesus (Lenny) ein und im entscheidenden Moment fällt der Vorhang: Wir sind frei!
Der Gottesdienst verläuft gut, nach der Predigt schaffen wir es trotz fehlender Schilder, das Publikum zum Mitmachen und Tanzen zu motivieren.
Nachdem wir das Programm hinter uns gebracht haben, sind wir geschafft aber glücklich. Jetzt können wir das Essen und die Gemeinschaft genießen und dürfen uns bewusst machen: Als Jesus für uns ans Kreuz gegangen ist, hat er nicht nur seine krasse Liebe zu uns unter Beweis gestellt, sondern uns auch von aller Schuld frei gemacht. Deswegen dürfen wir heute in Freiheit leben!

Alles Liebe,
Eure Anisja

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