Leben mit dem Tourteam - Almería-Einsatz aus Sicht unseres Hauses
Auf Tour sollte man sich darauf einstellen, gelegentlich
auch mal etwas spartanischer zu leben und unterkunftsmäßig sehr flexibel und
bescheiden zu sein. Manchmal muss man sich damit zufrieden geben, ohne Dusche,
mit einem Schlafraum, ohne Spül- oder Waschmaschine, ohne Heizung oder mit ständigen
Stromausfällen klarzukommen.
Die letzten 2 Monate in Almería aber hatten wir sehr viel
Spaß an unserem unglaublich schönen, eigenen Haus. Wenn das Haus denken könnte,
hätte es sicherlich auch viel über uns zu erzählen.
Wohnzimmer & Haustür:
Die Tourties kommen wieder nach Hause und natürlich schaffen
sie es auch dieses Mal nicht, die Haustür zu öffnen ohne Gewalt anzuwenden. Ich
meine, ist es so schwer an dem einen Türflügel zu ziehen und am anderen zu
drücken? Kaum dass die Meute das Haus betreten hat, liegt die Hälfte schon auf
dem Sofa, Stefan hat sich wie immer den besten Platz gesichert, die Taschen,
Schuhe und Jacken sind kreuz und quer verteilt. Die Unordnung stört mich ja
nicht ganz so sehr, aber der durchschnittliche Lautstärkepegel der hier
herrscht ist gewöhnungsbedürftig - ebenso wie die Tanzparties die ständig von
Jana, Lenny und Anisja abgehalten werden. Wahllos zu Liedern zu tanzen und
rumzuspringen finde ich irgendwie befremdlich. Das eine mal ist es vollkommen
mit ihnen durchgegangen. Über 20 Jugendliche kamen und haben mich in einen Rock
´n Roll Tanzclub verwandelt.
An anderen Abenden hingegen sind sie doch sehr ruhig und
umgänglich- sehen bei ,,Alarm für Kobra 11“ Autos in die Luft fliegen zu oder
wenden sich, zu Mos großem Leidwesen, den Liebesproblemen der Charaktere von ,,Friends“
zu.
Treppenhaus:
Man könnte meinen, ein Treppenhaus dient lediglich dem Zweck,
von einem Geschoss ins andere zu gelangen. Aber nein, die 7 Wunderlichen nutzen
auch diesen Raum für vielmehr, sei es zum Wäsche aufhängen, Bewerbungsbilder
machen oder Zähneputzparties abhalten.
Garage:
Auch den Sinn einer Garage scheint dieses Team nicht so ganz
verstanden zu haben. Schon morgens fängt es mit der Zweckentfremdung an, wenn
sich Charlotte, Lenny und Rita treffen, um bei Kerzenschein Lobpreismusik zu
hören und zu singen. In einer Woche haben sie etliche Instrumente angeschleppt
und mich in einen Probenraum für den Jugendgottesdienst RUJA verwandelt. Auch
Jana und Anisja lassen regelmäßig Musik für Workouts oder übermotivierte
Youtube Sportler erklingen. Die einzige für mich verständliche Aktion ist das
stete Wäsche Waschen von Charlotte.
Jungszimmer:
Wieder an meine
Grenzen des Verstehens menschlicher Verhaltensmuster komme ich, wenn ich die
tägliche Morgenroutine der drei Jungs miterlebe. Gefühlte zwei Stunden vor der
Aufstehenszeit ertönt der erste Weckruf aus Stefans Handy, von dem allerdings
keiner wach wird. Eine Stunde später schleicht Charlotte rein, um ihre Pflicht
als Lennys persönlicher Weckdienst wahrzunehmen und fängt sich dabei Mo`s ersten
knatschigen Blick ein. Dieser will nämlich noch weiterschlafen bevor er seinen
Wecker drei Mal in den Schlummermodus versetzt und deswegen jeden Tag etwas
verschläft.
Interessant wird es auch immer wenn sich einzelne
Teammitglieder hierhin verirren und den guten WLAN- Empfang nutzen, um mit
Freunden, Familie und Verantwortlichen der AM zu telefonieren oder zu skypen.
Terrasse:
Nur hier habe ich das Gefühl, dass die jungen Leute
annähernd im Sinne des Erfinders agieren. Morgens kommt Anisja hoch, mummelt
sich in ihren Schlafsack ein und macht ihre Stille Zeit, nachmittags kommen sie
alle, um Sonne zu tanken, Besprechungen und Bastelsessions abzuhalten. Anisja
gießt meine (nicht übertrieben!) 96 Pflanzen und abends grillen sie unter
schönem Sternenhimmel Schokobananen.
Danke an dieses traumhafte Haus das uns schnell zum
richtigen Zuhause wurde und uns so viele schöne Erinnerungen bescherte!
Jana und Anisja





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