BERICHTE AUS DER NASA- BODENSTATION INNSBRUCK
So schnell, wie man den Countdown von zehn runter zählen kann, ging plötzlich am Dienstag, den 05. Juni für uns die Kinderwoche los. Mit einer langen Nachtschicht sind wir in den ersten Tag reingeschlittert und nachdem jedes Lied mit Bewegungen einstudiert, jeder Leuchtstern, jeder Planet, jeder Komet und jeder Asteroid aufgehangen, jeder Programmpunkt zumindest für diesen ersten Tag vorbereitet und unsere Begeisterung nicht nur für Kinder, sondern auch für das Weltall und dessen Geheimnisse sichergestellt war, konnte es losgehen.
Die "Fünf- Tage- Power- Motivation- Spaß- Liebe- Geduld- Ausdauer- Verständnis- Freude- Kreativität- Improvisationstalent- Kinderwochenrakete" wurde gestartet.
Um all dem gerecht werden zu können, begannen unsere Morgende immer mit einer Stunde Stiller Zeit, wie wir es schon seit Beginn des Jahres machen. Aber für mich- und ich spreche hier für die meisten von uns- war sie in dieser Woche ganz besonders wichtig. Wenn der Schlaf meistens nicht ausreicht, dann motivieren einen nicht die eigenen Prinzipien oder Fähigkeiten. Zumindest nicht ausreichend. Dann brauch es jeden Morgen aufs Neue Gott, der uns ausrüstet und uns immer wieder klar macht, warum es so wichtig ist und reich von ihm gesegnet wird, wenn wir uns mit unserem ganzen Sein für ihn einsetzen. Erst nach dieser Stunde konnte es für uns wirklich losgehen, aber dann umso besser.
Wer Kochtag hatte, war schon vor 9 Uhr morgens in einem der umliegenden Supermärkte, um mittags für 10-13 Leute kochen zu können. Nach einem kurzen Frühstück kamen Chrissi (die Innsbrucker FSJlerin), Margit (die extra für Kinder ausgebildete Mitarbeiterin) und Lydia (die Frau des Pastors, zuständig für diese Woche). Wir gingen die vor uns liegenden Nachmittage durch, klärten Zuständigkeiten und offene Fragen. Mit den spanischen Gewohnheiten nicht im Blut, aber zumindest im Erfahrungsschatz, war es für uns ganz ungewohnt, dass die Mitarbeiter- nicht wie der spanische Pastor vier- sondern 25 Minuten vor Beginn der Besprechungen kommt. Dass die Kinderwoche zwar eigentlich um 14:30 Uhr anfängt, mit einigen Kindern aber schon ab 14 Uhr zu rechnen sei. Dass vier Stunden Besprechungs- und Vorbereitungszeit nicht übertrieben- sondern das ein oder andere Mal sogar nur gestresst zu bewältigen war. Dass es einen minutiösen Zeitplan gibt, der auch genauso einzuhalten ist und nicht nur einen guten Schein auf dem Papier abgibt. All das hat uns erstaunlicherweise überrascht, aber spätestens nach dem ersten Tag haben wir verstanden, warum all das gut und der Sache dienlich ist.
Ab 14 Uhr also durchliefen täglich ca. 50 Kinder die ersten Stationen und hörten nicht selten diese Wortlaute.
Station eins: "Herzlich Willkommen in der NASA- Bodenstation. Du darfst hier deinen Astronatutenausweis ausfüllen- ich brauch dafür nur Name, Geburtdatum, deinen Wunschberuf, Fingerabdruck, Unterschrift, Heimatplanet und wenn du willst ein Foto. Ach ja und ein Namensschlid ist ganz wichtig und von der Mama bräuchte ich dann den Namen des Kindes und den von Ihnen und eine Nummer, die wir im Notfall anrufen könnten. So und dann geht ihr schonmal ein Stück zur Seite für die nächsten Kinder und startet dann durch diese Tür da vorne durch."
Station zwei: " Da in einer Rakete immer wenig Platz ist, lass doch deine Sachen hier und dann bekommst du schonmal einen beschrifteten Becher, um später in der Jause als Astronaut mit Wasser versorgt zu werden. Dann darfst du jetzt durch den Sternentunnel ins Weltall fliegen. Los gehts!"
Station drei: "Huhuuu, schön dass du da bist! Du kommst mehr als einen Tag? Wunderbar, dann bauen wir ein Sonnensystem. In den Kartons unter den Fenstern sind Styroporkugeln in verschiedenen Größen, die jeweils einen Planeten darstellen. Du schnappst dir eine schwarze Unterlage, die dein Platz ist, holst die Kugeln mit Beschriftung, damit du auch weißt, um welchen Planet es geht, malst ihn an- ja, an deinem Platz sind alle Farben, die du brauchst schon in kleinen Portionen auf einem Pappteller- du spießt ihn auf Zahnstocher, und dann wenn die Musik kommt, gehen wir ganz schnell Hände waschen, aber ohne andere Kinder, Wände oder Türen anzufassen, okay?"
Diese erste Stunde bis 15 Uhr war meistens die Anstrengenste, aber auch oft die Spannenste, weil wir uns von Tag zu Tag mehr freuten, alte Gesichter wiederzusehen und jeden Tag, sogar am letzten, noch neue Kinder kennenzulernen. Mit so vielen Kinder, wie am ersten Tag kamen, hatten wir- optimistisch gesehen- am letzten Tag gerechnet, aber Gott hat uns damit echt ein riesiges Geschenk gemacht und unsere Gebete nicht nur erhöhrt, sondern auch übertroffen.
Danach gab es zwei Stunden Programm für die Kinder von 4- 12 Jahren. Sie hörten Infos über das Weltall (wie gut, dass just in dieser Woche Alexander Gerst ins All geflogen ist- nicht selten haben wir die Tagesschau mit Bildern und Videos in den Gottesdienstraum übertragen), sahen ein Anspiel mit Jim und Kim, was kreative Brücken zur biblischen Lektion geschlagen hat und sangen viele Lieder. Sie hörten jeden Tag eine Geschichte aus der Bibel, die in der Lektion für ihr Leben anwendbar wurde und aßen und tranken sich satt. Sie fühlten sich, als seien sie bei "Wer wird Millionär", dank einer tollen App mit den passenden Sounds, die das Quiz, in dem Wissen aus dem All und aus der Lektion abgefragt wurden, spannend machte. Sie spielten Spiele, in denen sie ihre Astronautenfähigkeiten ausgebildet haben; so zum Beispiel das Mondauto, mit dem man auf Expedition auf dem Mond ist (alias Schubkarrenrennen) und hörten eine Geschichte, von einem echten Astronauten, die geschickt an einer spannende Stelle unterbrochen wurde, um das Kommen am nächsten Tag schmackhaft zu machen. Ganz besonders fand ich die 12 Minuten eines jeden Tages, an dem wir passend zur Bibelstelle, einen Bibelvers mit den Kindern auswendiggelernt haben. So zum Beispiel: "Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat" (Psalm 121, 2). Durch kreative Wiederholungen, Bewegungen und abwechselnden Lernmethoden, konnten die Kinder sich die Verse immer erstaunlich schnell und gut merken. Und wie gut ist es, in den entsprechenden Situationen, in denen sie Hilfe brauchen werden, auf Gottes Hilfe zurückzugreifen, weil sie um sie wissen. Fast jedes Kind konnte am nächsten Tag bei der Bodenstation den Vers des Vortages aufsagen und stolz zeigen, was es sich merken konnte. Wir hatten die Verse meistens neben uns liegen- irgendwie können Kinder einiges besser als wir...
So vergingen fünf Tage voller Aufregung und Freude, erhöhrter Gebete und Gottes Wirken in der Kinderwoche. Wir gucken glücklich zurück auf diese erfüllende Zeit, auf die gut strukturierte, geplante und durchdachte Arbeit, auf das funktionierende und spaßige Miteinander im Team und auf viele witzige und schöne Stunden mit so vielen Kindern.
Eine Anekdote zum Schluss, die auf den Punkt bringt, warum wir eine solche Arbeit so gerne machen: Als wir sonntags für einen Zwischenstopp vor Bulgarien weiter nach Wien gefahren sind, ist Lenny einen Tag länger in Innsbruck geblieben, weil er auf Post gewartet hat. Mit vielen Kindern, die aus dem Gottesdienst gekommen sind und uns nochmal sehen wollten, hat er sich von uns für einen Tag verabschiedet. Nach einigem Geknuddel, ist der Crafter das letzte Mal vom Innsbrucker Parkplatz gefahren. Lenny stand mit den Kindern dort und hat gewunken. Als wir abgebogen und außer Sichtweite waren, hat Lenny zu seiner neuen achtjährigen Freundin gesagt: "Jetzt bin ich ganz alleine." Sie hat ihn selbstbewusst angestrahlt und geantwortet: "Nein, du bist nie alleine, Jesus ist doch immer bei dir!"
Ja, sie hat es schon verstanden. Gott sei Dank.
Liebe Grüße
Charlotte
Die "Fünf- Tage- Power- Motivation- Spaß- Liebe- Geduld- Ausdauer- Verständnis- Freude- Kreativität- Improvisationstalent- Kinderwochenrakete" wurde gestartet.
Um all dem gerecht werden zu können, begannen unsere Morgende immer mit einer Stunde Stiller Zeit, wie wir es schon seit Beginn des Jahres machen. Aber für mich- und ich spreche hier für die meisten von uns- war sie in dieser Woche ganz besonders wichtig. Wenn der Schlaf meistens nicht ausreicht, dann motivieren einen nicht die eigenen Prinzipien oder Fähigkeiten. Zumindest nicht ausreichend. Dann brauch es jeden Morgen aufs Neue Gott, der uns ausrüstet und uns immer wieder klar macht, warum es so wichtig ist und reich von ihm gesegnet wird, wenn wir uns mit unserem ganzen Sein für ihn einsetzen. Erst nach dieser Stunde konnte es für uns wirklich losgehen, aber dann umso besser.
Wer Kochtag hatte, war schon vor 9 Uhr morgens in einem der umliegenden Supermärkte, um mittags für 10-13 Leute kochen zu können. Nach einem kurzen Frühstück kamen Chrissi (die Innsbrucker FSJlerin), Margit (die extra für Kinder ausgebildete Mitarbeiterin) und Lydia (die Frau des Pastors, zuständig für diese Woche). Wir gingen die vor uns liegenden Nachmittage durch, klärten Zuständigkeiten und offene Fragen. Mit den spanischen Gewohnheiten nicht im Blut, aber zumindest im Erfahrungsschatz, war es für uns ganz ungewohnt, dass die Mitarbeiter- nicht wie der spanische Pastor vier- sondern 25 Minuten vor Beginn der Besprechungen kommt. Dass die Kinderwoche zwar eigentlich um 14:30 Uhr anfängt, mit einigen Kindern aber schon ab 14 Uhr zu rechnen sei. Dass vier Stunden Besprechungs- und Vorbereitungszeit nicht übertrieben- sondern das ein oder andere Mal sogar nur gestresst zu bewältigen war. Dass es einen minutiösen Zeitplan gibt, der auch genauso einzuhalten ist und nicht nur einen guten Schein auf dem Papier abgibt. All das hat uns erstaunlicherweise überrascht, aber spätestens nach dem ersten Tag haben wir verstanden, warum all das gut und der Sache dienlich ist.
Ab 14 Uhr also durchliefen täglich ca. 50 Kinder die ersten Stationen und hörten nicht selten diese Wortlaute. Station eins: "Herzlich Willkommen in der NASA- Bodenstation. Du darfst hier deinen Astronatutenausweis ausfüllen- ich brauch dafür nur Name, Geburtdatum, deinen Wunschberuf, Fingerabdruck, Unterschrift, Heimatplanet und wenn du willst ein Foto. Ach ja und ein Namensschlid ist ganz wichtig und von der Mama bräuchte ich dann den Namen des Kindes und den von Ihnen und eine Nummer, die wir im Notfall anrufen könnten. So und dann geht ihr schonmal ein Stück zur Seite für die nächsten Kinder und startet dann durch diese Tür da vorne durch."
Station zwei: " Da in einer Rakete immer wenig Platz ist, lass doch deine Sachen hier und dann bekommst du schonmal einen beschrifteten Becher, um später in der Jause als Astronaut mit Wasser versorgt zu werden. Dann darfst du jetzt durch den Sternentunnel ins Weltall fliegen. Los gehts!"
Station drei: "Huhuuu, schön dass du da bist! Du kommst mehr als einen Tag? Wunderbar, dann bauen wir ein Sonnensystem. In den Kartons unter den Fenstern sind Styroporkugeln in verschiedenen Größen, die jeweils einen Planeten darstellen. Du schnappst dir eine schwarze Unterlage, die dein Platz ist, holst die Kugeln mit Beschriftung, damit du auch weißt, um welchen Planet es geht, malst ihn an- ja, an deinem Platz sind alle Farben, die du brauchst schon in kleinen Portionen auf einem Pappteller- du spießt ihn auf Zahnstocher, und dann wenn die Musik kommt, gehen wir ganz schnell Hände waschen, aber ohne andere Kinder, Wände oder Türen anzufassen, okay?"Diese erste Stunde bis 15 Uhr war meistens die Anstrengenste, aber auch oft die Spannenste, weil wir uns von Tag zu Tag mehr freuten, alte Gesichter wiederzusehen und jeden Tag, sogar am letzten, noch neue Kinder kennenzulernen. Mit so vielen Kinder, wie am ersten Tag kamen, hatten wir- optimistisch gesehen- am letzten Tag gerechnet, aber Gott hat uns damit echt ein riesiges Geschenk gemacht und unsere Gebete nicht nur erhöhrt, sondern auch übertroffen.
Danach gab es zwei Stunden Programm für die Kinder von 4- 12 Jahren. Sie hörten Infos über das Weltall (wie gut, dass just in dieser Woche Alexander Gerst ins All geflogen ist- nicht selten haben wir die Tagesschau mit Bildern und Videos in den Gottesdienstraum übertragen), sahen ein Anspiel mit Jim und Kim, was kreative Brücken zur biblischen Lektion geschlagen hat und sangen viele Lieder. Sie hörten jeden Tag eine Geschichte aus der Bibel, die in der Lektion für ihr Leben anwendbar wurde und aßen und tranken sich satt. Sie fühlten sich, als seien sie bei "Wer wird Millionär", dank einer tollen App mit den passenden Sounds, die das Quiz, in dem Wissen aus dem All und aus der Lektion abgefragt wurden, spannend machte. Sie spielten Spiele, in denen sie ihre Astronautenfähigkeiten ausgebildet haben; so zum Beispiel das Mondauto, mit dem man auf Expedition auf dem Mond ist (alias Schubkarrenrennen) und hörten eine Geschichte, von einem echten Astronauten, die geschickt an einer spannende Stelle unterbrochen wurde, um das Kommen am nächsten Tag schmackhaft zu machen. Ganz besonders fand ich die 12 Minuten eines jeden Tages, an dem wir passend zur Bibelstelle, einen Bibelvers mit den Kindern auswendiggelernt haben. So zum Beispiel: "Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat" (Psalm 121, 2). Durch kreative Wiederholungen, Bewegungen und abwechselnden Lernmethoden, konnten die Kinder sich die Verse immer erstaunlich schnell und gut merken. Und wie gut ist es, in den entsprechenden Situationen, in denen sie Hilfe brauchen werden, auf Gottes Hilfe zurückzugreifen, weil sie um sie wissen. Fast jedes Kind konnte am nächsten Tag bei der Bodenstation den Vers des Vortages aufsagen und stolz zeigen, was es sich merken konnte. Wir hatten die Verse meistens neben uns liegen- irgendwie können Kinder einiges besser als wir...So vergingen fünf Tage voller Aufregung und Freude, erhöhrter Gebete und Gottes Wirken in der Kinderwoche. Wir gucken glücklich zurück auf diese erfüllende Zeit, auf die gut strukturierte, geplante und durchdachte Arbeit, auf das funktionierende und spaßige Miteinander im Team und auf viele witzige und schöne Stunden mit so vielen Kindern.
Eine Anekdote zum Schluss, die auf den Punkt bringt, warum wir eine solche Arbeit so gerne machen: Als wir sonntags für einen Zwischenstopp vor Bulgarien weiter nach Wien gefahren sind, ist Lenny einen Tag länger in Innsbruck geblieben, weil er auf Post gewartet hat. Mit vielen Kindern, die aus dem Gottesdienst gekommen sind und uns nochmal sehen wollten, hat er sich von uns für einen Tag verabschiedet. Nach einigem Geknuddel, ist der Crafter das letzte Mal vom Innsbrucker Parkplatz gefahren. Lenny stand mit den Kindern dort und hat gewunken. Als wir abgebogen und außer Sichtweite waren, hat Lenny zu seiner neuen achtjährigen Freundin gesagt: "Jetzt bin ich ganz alleine." Sie hat ihn selbstbewusst angestrahlt und geantwortet: "Nein, du bist nie alleine, Jesus ist doch immer bei dir!"
Ja, sie hat es schon verstanden. Gott sei Dank.
Liebe Grüße
Charlotte

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